Leitgedanke

Ein Kind ist aus Hundert gemacht

ein kind hat
hundert sprachen
hundert hände
hundert gedanken
hundert weisen zu denken, zu spielen und zu sprechen;
immer hundert weisen
zuzuhören, zu staunen und zu lieben;
hundert weisen zu singen und zu verstehen.
hundert welten zu entdecken
hundert welten zu erfinden
hundert welten zu träumen
ein kind hat hundert sprachen

doch es werden ihm neunundneunzig geraubt
die schule und die umwelt trennen ihm
den kopf und den körper
sie bringen ihm bei
ohne hände zu denken
ohne kopf zu handeln
ohne vergnügen zu verstehen
ohne sprechen zuzuhören
nur ostern und weihnachten zu lieben und zu staunen
sie sagen ihm
dass die welt bereits entdeckt ist
und von hundert sprachen
rauben sie dem kind neunundneunzig
sie sagen ihm
dass das spielen und die arbeit
die wirklichkeit und die fantasie
die wissenschaft und die vorstellungskraft
der himmel und die erde
die vernunft und der traum
dinge sind
die nicht zusammengehören
sie sagen also
dass es die hundert sprachen nicht gibt

das kind sagt
aber es gibt sie doch

(Ioris Malaguzzi, Reggio Emilia in Worm 1994,192)

 

Der Erzieher, ein Gärtner

„Die Arbeit des Erziehers gleicht der eines Gärtners,
der verschiedene Pflanzen pflegt.

Eine Pflanze liebt den strahlenden Sonnenschein,
die andere den kühlen Schatten;
die eine liebt das Bachufer,
die andere die dürre Bergspitze.

Die eine gedeiht am besten aufsandigem Boden,
die andere im fetten Lehm.

Jede muß die ihrer Art angemessene Pflege haben,
anderenfalls bleibt ihre Vollendung unbefriedigend.“

(Àbdu`l-Baha)

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